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Situation der Straßenkinder


Brasilien ist das Land der Kinder. Mehr als ein Drittel der 150 Millionen Brasilianer sind jünger als 14 Jahre. Man schätzt, dass in Brasilien acht Millionen Kinder auf der Straße leben - und es werden immer mehr. Vor allem in den Städten kämpfen sie täglich ums Überleben: als Schuhputzer, Zeitungsträger, Autowäscher, Strichjunge oder Bandenmitglied. Mädchen arbeiten als Blumenverkäuferinnen oder bieten Süßigkeiten an - und sie sind unter härtesten Bedingungen Amüsiermädchen oder Prostituierte in einer Gesellschaft mit doppelter Moral. Nachts schlafen die Kinder auf Pappkartons in Hauseingängen, tagsüber betteln und stehlen sie. Um ihr Elend zu vergessen, betäuben sich viele mit einer Ersatzdroge: Sie schnüffeln Schuhkleister, andere verstümmeln sich selbst mit Rasierklingen, weil sie sich selbst bestrafen wollen. Das offizielle Brasilien zeigt sich hilflos gegenüber den Straßenkindern. Zynischerweise fühlt sich die Gesellschaft als Opfer von Kinderbanden und Kinderkriminalität. Die Polizei macht regelrecht Jagd auf Kinder, Geschäftsleute heuern sogenannte Todesschwadronen an, um die Kinder zu ermorden.